6. Kata

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Kata-Kompendium Gōjū-Ryū Meibukan. Die Katas unterscheiden sich in den Schwierigkeitsgraden, der Anzahl der Bewegungen und den ihnen zu Grunde liegenden Techniken und Trainingsaspekten.

Generell wird zwischen Heishu- und Kaishu-Katas unterschieden. Dies sind Katas der geschlossenen Hand (Hei-Shu 閉手) und der offenen Hand (Kai-Shu 開手). Das Kanji 手 für Hand im Sinne von „Te“, wie es sich auch in Karate 空手 findet, unterscheidet sich etymologisch von „Shu“. Mit „Shu“ ist die Art und Weise gemeint, wie etwas gemacht wird.

Heishu: In dieser geschlossenen Form wird eine gleichmäßige Anspannung im gesamten Körper erzeugt. Die Gelenke rasten fest ein. Die Atmung ist essenziell und begleitet die Bewegungen gezielt. Diese Form wird isokinetisch (iso = gleich, kinetisch = Bewegung) genannt. Sie ist besonders gut geeignet, die richtige Körperhaltung, das richtige Atmen und die Kraft kontrolliert zu steigern. Die Katas Tenshō und Sanchin werden dieser Form zugerechnet und bilden dabei die Tanren- (= Schmiede-) Katas. Durch ihre festgelegte Form bilden sie das Fundament/die Blaupause für die Art und Weise, wie alle anderen Bewegungen ausgeführt werden sollen, ungeachtet dessen, um welche es sich handelt.

Kaishu: In der offenen Form ist die Anspannung im Endpunkt (Kimepunkt) der Bewegung zu setzen. Die Atmung diktiert die Bewegung. Die Katas werden ebenso als Körpertraining, als Abfolge calisthenischer Übungen verstanden.

Die Schwierigkeitsgrade der Katas unterteilen sich nach Fukyu/Kihon (Anfängerstufe/Grundschule), Tanren (Schmiede) und Koryū (traditionelle Kata). Das Gōjū-Ryū zählt als Naha-Te. Im Meibukan gelten Geki Sai Ichi und Geki Sai Ni als Fukyu-Katas. Ebenso werden mit den Meibuken fünf weitere Katas gelehrt, die vom Gründer des Meibukan (Meitoku Yagi) zwischen 1976 und 1991 entwickelt wurden.

Zusätzlich werden im Ōkami eine Kata aus dem Shuri-Te und eine aus dem Tomari-Te gelehrt, um einen Teil der anderen okinawischen Wurzeln zu bewahren. Näheres dazu im Geschichtsteil.

Kata-Liste nach Ōkami-Lehrplan

Im Lehrplan des Ōkami sind die Katas so gegliedert:

  • Fukyu-Katas
    • Geki Sai Ichi
    • Geki Sai Ni
  • Tanren-Katas
    • Sanchin
    • Tenshō
  • Koryū-Katas
    • Saifa
    • Shisochin (Sochin gesprochen)
    • Sanseiryu
    • Seienchin
    • Sesan
    • Sepai
    • Kururunfa
    • Suparinpei
    • Naihanchi (Naihanshi) Shodan* (Shuri-Te)
    • Passai* (Tomari-Te)
  • Meibuken-Katas
    • Tenchi
    • Seiryu
    • Shujakku
    • Byakko
    • Genbu

* Naihanchi und Passai stammen aus dem Shōrin-Ryū und nicht aus dem Shorei-Ryū.

Schreibweisen nach IMGKA (Meibukan). Verbreitete Alternativen: Shisochin (Shi So Chin), Sanseiryu (San Sei Ryu, Sanseru), Seienchin (Seiyunchin, Seiunchin), Sesan (Seisan), Sepai (Seipai), Suparinpei (Suparinpe), Shujakku (Shuyakku, Suzaku), Genbu (Gembu).

Gliederung in dieser Bibliothek


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