Geschichte

Was „Ōkami“ bedeutet

Ōkami (狼) ist das japanische Wort für den Wolf. Gleich klingt Ōkami (大神), „großer Gott“ oder „große Gottheit“ – ein bewusst gewähltes Wortspiel, das tief in der japanischen Überlieferung steckt: Im alten Japan wurde der Wolf als Gottheit verehrt.

Schon das Nihon Shoki (日本書紀), die 720 vollendete Reichschronik Japans, erzählt davon. Bevor Kaiser Kinmei den Thron bestieg, ließ er einen Mann namens Hata no Ōtsuchi suchen. Der berichtete, er sei auf dem Rückweg von Ise in den Bergen zwei Wölfen begegnet, die sich blutig bekämpften. Er stieg vom Pferd, wusch sich Mund und Hände und sprach zu ihnen: „Ihr seid erhabene Götter (貴神), und doch treibt ihr so rohes Spiel. Begegnet euch ein Jäger, seid ihr schnell gefangen.“ Dann trennte er die beiden, wusch ihnen das Blut aus dem Fell und ließ sie ziehen – beide am Leben. Der Kaiser sah darin den Grund für sein Glück und nahm Ōtsuchi in seine Dienste.

Die Geschichte erzählt von einem Kampf, der beendet wird: Stärke, die sich nicht gegenseitig zerfleischt.

Im selben Werk führt ein weißer Hund (白狗) den Helden Yamato Takeru, der sich in den Bergen von Shinano verirrt hat, sicher hinaus. Spätere Schreinüberlieferungen, etwa die des Mitsumine-Schreins in Chichibu, deuten diesen Führer als Wolf und verehren Wölfe bis heute als Boten der Götter.

Quellen: Nihon Shoki, Buch 19 (Primärtext, Wikisource), Vorgeschichte Kaiser Kinmeis (Hata no Ōtsuchi); Nihon Shoki, Buch 7, Kaiser Keikō (Yamato Takeru und der weiße Hund); Mitsumine-Schrein: Gottheiten und Herkunft. Die deutschen Wiedergaben sind sinngemäß.

Das Wolfssymbol entstand zusammen mit der Grundidee des Dōjōs: ein Platz für einsame Wölfe. Für Menschen, die ihren eigenen Weg gehen – und hier erfahren, dass man ihn gemeinsam weiter kommt.

„When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.“
(„Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, aber das Rudel überlebt.“)

George R. R. Martin, A Game of Thrones (1996)

Daraus entwickelt Tobias den Weg des Wolfes – eine Philosophie des Karate, die Eigenständigkeit und Rudel zusammendenkt.

Auf dem Logo steht „established in Connewitz 2020“. Das Dōjō trägt auch den Namen Ōkamikan.

Ōkamikan (狼館) bedeutet „Haus des Wolfes“: 狼 (ōkami) steht für den Wolf, 館 (kan) für Haus oder Halle.

Gründung

Das Dōjō entstand am 1. August 2020 in Leipzig-Connewitz. Offiziell gegründet wurde der Verein am 1. Januar 2021; er ist beim Amtsgericht Leipzig unter VR 7533 eingetragen.

Zum Werdegang des Trainers und zum Weg ins Meibukan: Trainer.

Linie

Kanryo Higaonna → Chōjun Miyagi → Meitoku Yagi → Meitatsu Yagi → Akihito Yagi → Tobias Zander (Ōkami Dō)

Die Linie führt direkt von Akihito Yagi, dem 3. Sōke des Meibukan, zu Tobias und damit ins Ōkami Dō. Details zu allen Stationen stehen auf der Seite Meisterlinie.

Verbindung zur IMGKA

Der Ōkami Dō Karate e.V. ist derzeit in keinem Verband Mitglied – weder in Deutschland noch international. Ziel ist die Aufnahme in die IMGKA (International Meibukan Gojyu-Ryu Karate-Do Association). Wenn alles gut geht, ist für 2027 die offizielle Aufnahme ins Meibukan geplant.

Ein Anschluss an DKV oder SKV ist nicht geplant – auch nicht nach einer Aufnahme in die IMGKA.

Chronik

  • 2019 – Tobias beginnt mit Karate.
  • 1. August 2020 – Das Dōjō entsteht in Leipzig-Connewitz.
  • 1. Januar 2021 – Offizielle Gründung des Ōkami Dō Karate e.V. (Amtsgericht Leipzig, VR 7533).
  • 2023 – Erste Reise nach Okinawa, Beginn im Meibukan; Tobias wird erster offizieller internationaler Schüler von Akihito Yagi.
  • 2024 und 2025 – Zweite und dritte Okinawa-Reise.
  • 25. Juli 2026 – Akihito Yagi wird 3. Sōke des Meibukan.
  • November 2026 – Vierte Okinawa-Reise.
  • 2027 (geplant) – Offizielle Aufnahme ins Meibukan und Gründung der German Meibukan Goju Ryu Association.

Die belegte Stilgeschichte steht in der Bibliothek: Geschichte.