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Das Meibukan (明武館) ist die von Meitoku Yagi (八木明徳, 1912–2003) begründete Linie des Gōjū-Ryū; Yagi begann 1926 bei Chōjun Miyagi zu trainieren. Zur Geschichte siehe Geschichte des Meibukan. Diese Seite behandelt Name, Sinnsprüche und Grundgedanken.
Bedeutung des Namens
Meibukan besteht aus mei (明, „hell, klar, leuchtend“), bu (武, „Kampf, Kriegskunst“) und kan (館, „Haus, Halle“). In der englischsprachigen Literatur und auf Dōjō-Seiten wird der Name übereinstimmend mit „House of the pure-minded warrior“ wiedergegeben, auf Deutsch etwa „Haus des Kriegers mit dem reinen Geist“. „Haus des reinen/klaren Kampfgeistes“ trifft den Sinn ähnlich, ist aber keine wörtliche Übersetzung; wörtlich wäre „Haus der klaren (leuchtenden) Kampfkunst“. Die Wiedergabe ist eine gedeutete Übersetzung. Yagi wählte das Zeichen 明, das auch das erste Zeichen seines Vornamens ist. In einigen Quellen wird es 明武舘 geschrieben (舘 ist eine Variante von 館).
Es werden vier Endungen unterschieden: Meibukan (der Stil), Meibukai (die Vereinigung), Meibuka (ein Übender des Stils) und Meibuken (etwa „Gesetz/Faust des reinen Kriegers“, im Zusammenhang mit den Kata).
Das Zeichen 明
Das Zeichen 明 setzt sich aus 日 (Sonne) und 月 (Mond) zusammen. Überliefert sind drei Deutungen: (1) die Dualität von Hart und Weich, wobei die Sonne dick und beständig, der Mond schlank und wandelbar dargestellt wird; (2) ein Wortspiel mit der Lesung „hi to tsuki“, das als „ein Stoß“ gedeutet wird, mit der Mahnung, jeden Schlag ernsthaft zu üben; (3) die Atemlaute „A“ und „Un“: A für das Ausatmen – offen, dem Mond zugeordnet, verbunden mit dem Angriff –, Un für das Einatmen – geschlossen, der Sonne zugeordnet, verbunden mit dem Aufnehmen (siehe Das Meibukan-Wappen). Diese Deutungen sind Auslegungen, keine Etymologie.
Sinnsprüche
- 奥妙在錬心 – Oku myō zai ren shin: „Das Geheimnis liegt im Schmieden des Herzens.“ Übe mit gutem Herzen. Lieblingsspruch von Chōjun Miyagi und Leitspruch des Meibukan. Yagi erhielt den Spruch als Kalligrafie.
- 流水分戦峡 – Ryū su fu sen kyō: „Fließendes Wasser im Bach trifft auf keine Hindernisse.“ Aus den Pinselschriften von Meitoku Yagi. Das Bild des Wassers verweist auf Nachgiebigkeit, Anpassung und Ungehindertsein (vgl. Dao).
- Weitere in der Literatur genannte Sprüche: 奥妙在百錬千鍛 – Oku myō zai hyaku ren sen tan („hundertmal, tausendmal üben“), 難儀こそ極意 – Nangi go gokui („Die Geheimnisse des Übens zeigen sich durch harte Arbeit“) und 寒竹風松 – Kan chiku fu shō („Die Kiefer beugt sich im Wind, der Bambus ist hart in der Kälte“).
Dazu kommt die Tenchi-Kata, deren Name auf eine Zeile aus dem Bubishi zurückgeht: Jinshin wa tenchi ni onaji (人心同天地, „Der Geist ist eins mit Himmel und Erde“).
„Wie man nicht verliert“
Die IMGKA fasst die Haltung mit einem Satz von Meitatsu Yagi zusammen: Andere lehrten, wie man kämpft, das Meibukan lehre, wie man nicht kämpft; andere lehrten, wie man gewinnt, das Meibukan lehre, wie man nicht verliert. Karate sei in Okinawa immer eine Kunst der Selbstverteidigung gewesen, keine Kampfkunst zum Angriff: Keine Kata sei als Angriffstechnik zu verstehen, jede beginne mit einer Abwehr. Dazu passt der Satz von Meitoku Yagi: „Mach nicht das Beherrschen der Techniken zu deinem Hauptziel – studiere durch Karate den Weg des Lebens.“ Yagis Ziel für seine Schüler war nach Dōjō-Überlieferung, den Frieden zu fördern, gute Menschen zu sein und zur Gesellschaft beizutragen.
Bezug zum Training
- Kata beginnen mit Abwehr; Kumite wird als Schutz verstanden, nicht als Angriff.
- Hart und weich (Gō und Jū), Einatmen und Ausatmen, werden in Sanchin und Tenshō geübt.
- Der „Weg des Lebens“ als Ziel: Charakterbildung, Respekt und Gelassenheit im Alltag.
Quellen
- IMGKA – International Meibukan Goju Ryu Karate-do Association: Begrüßung (Zitate Meitatsu und Meitoku Yagi)
- Meibukan Gojyu Ryu Victoria: About (Namensendungen, Bedeutung des Zeichens 明)
- USAdojo.com: Meitoku Yagi, Goju-ryu Meibukan (Biografie)
- Meitatsu Yagi: The Importance of Spiritual Karate. Selbstverlag 2008.
- Perry Campbell: Las cinco katas de Yagi Meitoku. Revista de Artes Marciales Asiáticas 1(1), 2006, S. 62–73
- Patrick McCarthy: Bubishi. The Classic Manual of Combat. Tuttle Publishing, Tokio 1995.
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