Geschichte des Gōjū-Ryū

Bibliothek › 9. Geschichte › Geschichte des Gōjū-Ryū

Gōjū-Ryū, einer der vier Hauptstile des okinawanischen Karate, wurde in den 1930er Jahren von Chōjun Miyagi (1888–1953) begründet. Der Name „Gōjū“ bedeutet „hart-weich“ und leitet sich von einer Zeile im Bubishi, einem alten Kampfkunsttext, ab: „Hart und weich, atmen und schlucken“. Miyagi lernte zunächst Naha-te von Kanryo Higaonna, einem Meister, der chinesische Einflüsse aus Fuzhou integrierte. Miyagi reiste 1915 nach China, um seine Techniken zu vertiefen, und entwickelte Kata wie Tenshō (weiche Bewegungen), die zusammen mit der überlieferten Sanchin (harte Atmung) Go (hart) und Ju (weich) verkörpern. Nach Higaonnas Tod 1915 gründete Miyagi seine eigene Schule in Naha. 1930 gab Miyagi seinem Stil den Namen Gōjū-Ryū; 1933 wurde Gōjū-Ryū als Teil der japanischen Kampfkünste in den Dai Nippon Butoku Kai aufgenommen. Nach Miyagis Tod spaltete sich der Stil in verschiedene Linien auf, darunter die von seinen Schülern wie Eiichi Miyazato (Jundokan) und Seiko Higa. Gōjū-Ryū betont kreisförmige Bewegungen, enge Distanzkämpfe und Atemtechniken für innere Stärke. Es ist weltweit verbreitet durch Organisationen wie die IOGKF und fördert eine Balance aus Kraft und Flexibilität.


← Geschichte des Karate  ·  Inhaltsverzeichnis  ·  Geschichte des Meibukan →