Hebel und Drehmoment

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Mit einem festen Punkt ließe sich die Welt aus den Angeln heben – so wird Archimedes überliefert. Im Karate reicht ein Ellbogen. Das Prinzip heißt Drehmoment: M = F · r (Kraft mal Hebelarm, Einheit Newtonmeter). Langer Hebel, wenig Kraft, große Wirkung.

Hebel am Gelenk

Kleine Kraft, langer Arm – und das Gelenk gibt nach. Hebeltechniken (Kansetsu-Waza) leben davon: Wird ein Arm am Handgelenk gefasst und nahe am Ellbogen ein Drehpunkt gesetzt, wirkt eine geringe Kraft über den langen Unterarm als großes Drehmoment auf das Gelenk. Deshalb werden Hebel langsam und kontrolliert geübt.

Drehung des Körpers

Auch Würfe, Ausweichbewegungen und die Hüftdrehung beim Stoß sind Drehbewegungen. Ein Wurf über die Hüfte bringt den Schwerpunkt des Gegners über einen Drehpunkt hinaus; der eigene Körper liefert den Hebelarm. Bei der Hüftdrehung wird die Drehbewegung des Rumpfs in eine geradlinige Bewegung des Arms übertragen.

Bezug zum Training

  • Drehpunkt nahe am Gelenk des Gegners, Kraft weit davon entfernt: kleiner Aufwand, große Wirkung.
  • Eigene Gelenke werden durch Ausrichtung geschützt: Ein gestreckter, „eingerasteter“ Arm überträgt Kraft entlang der Knochen statt sie als Drehmoment auf das Gelenk wirken zu lassen (siehe Körperspannung).
  • Hebel, Würfe und Bodenkampf werden im Training langsam bis zur Realgeschwindigkeit gesteigert.

Quellen

  • Dieter Meschede (Hg.): Gerthsen Physik. Springer, Berlin/Heidelberg (24. Aufl. 2010, ISBN 978-3-642-12893-6; 25. Aufl. 2015).

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