Meitoku Yagi – Biografie

Bibliothek › 9. Geschichte › Meitoku Yagi – Biografie

Polizist, Zollbeamter, Großmeister. Meitoku Yagi (八木明徳, 1912–2003) führte zwei Leben – eines im Staatsdienst, eines im Dōjō. Aus dem zweiten wurde das Meibukan. Seine Familie stammt nach Überlieferung der IMGKA von den chinesischen Familien ab, die sich im 14. Jahrhundert in Kume (Naha) ansiedelten.

Lebensdaten

JahrEreignis
1912Geboren am 6. März in Kume, Naha (Okinawa).
1926/1927Beginn des Trainings bei Chōjun Miyagi, dem Begründer des Gōjū-Ryū.*
1932Abschluss an der Präfektur-Mittelschule Ni-Chū (heute Naha High School).
1934Militärdienst in der Präfektur Miyazaki; danach Anstellungen bei der Stadtverwaltung Naha und in einer Krankenhausapotheke.**
1936Arbeit für eine Bergbaugesellschaft auf Taiwan; dort Kontakt mit chinesischem Kempō.
1938Eintritt in den Polizeidienst auf Okinawa.
1951Wechsel zur Zollbehörde Okinawa, später Amtsleiter und Abteilungsleiter.
1952Eröffnung des eigenen Dōjō.
1956Gründung der Okinawa Karate-Dō Gōjū-Kai, Vorsitz bis zu seinem Tod.
1963Die Familie Miyagi übergibt Gi und Gürtel Miyagis und den Menkyo Kaiden.
1972Ruhestand im öffentlichen Dienst.
1975–1982Berater (ab 1975), dann Vorsitzender (1979–1982) der All Okinawa Karate-Dō Association.
1976–1991Entwicklung der Meibuken-Kata sowie von Kobudō-Kata mit Sai und Bō.
1986Auszeichnung der japanischen Regierung „Kun Yontō Zuihōshō“ (wahrscheinlich Orden des Heiligen Schatzes, 4. Klasse) für Verdienste um die Karate-Kultur.***
1992Kata-Vorführung zur Eröffnung des wiederaufgebauten Schlosses Shuri.
1993Sonderpreis der Zeitung Ryūkyū Shimpō.
1997Anerkennung durch die Präfektur Okinawa als Träger eines immateriellen Kulturguts.
2000Ehrung durch die Stadt Naha.
2003Gestorben am 7. Februar.

Ämter

  • Berater der All Okinawa Karate-Dō Association
  • Ehrenvorsitzender der Okinawa Karate-Dō Gōjū-Kai
  • Ehrenvorsitzender der Gōjū-Ryū Meibu-Kai
  • Leitendes Mitglied der Karate-Dō-Vereinigung der Präfekturregierung Okinawa
  • Privat: Vorsitzender der Vereinigung der chinesischstämmigen Familien auf Okinawa

Vermächtnis

„Mach nicht das Beherrschen der Techniken zu deinem Hauptziel – studiere durch Karate den Weg des Lebens.“ Dieser Satz Yagis fasst zusammen, wofür das Meibukan steht. Er hinterließ eine Schule, fünf neue Kata, ein Waffentraining – und eine Familie, die die Linie bis heute weiterführt (siehe Gōjū-Ryū nach Miyagi Chōjun).

* Trainingsbeginn: April 1927 nach der IMGKA-Biografie, 1926 (mit 14 Jahren) nach der IMGKA-Seite zur Nachfolge.
** Die Reihenfolge der Anstellungen nach 1934 ist in der Quelle widersprüchlich datiert.
*** In der Quelle „Kun Yontoh Zuihosho“; gemeint ist wahrscheinlich der Orden des Heiligen Schatzes, 4. Klasse (勲四等瑞宝章).

Quellen


← Geschichte des Meibukan  ·  Inhaltsverzeichnis  ·  Gōjū-Ryū nach Miyagi Chōjun →